Viagra nicht auf Kassenkosten

Dem Wundermittel Viagra haben nicht wenige Männer viel zu verdanken. Viagra KassenleistungImmerhin hilft die Tablette schon seit Jahrzehnten, müde Spannkraft wieder herzurichten und bringt dadurch neuen Schwung in das Liebesleben der Betroffenen. Und weil das Mittel für einen solch ungeheuren Zuwachs an Lebensqualität steht, scheint es für den betroffenen Mann im besten Alter eine Art medizinischer Grundversorgung darzustellen, deren Absicherung durch die gesetzliche Krankenversicherung gewährleistet sein sollte. Doch die Fakten sehen anders aus, deswegen holen sich viele Männer ihr Viagra rezeptfrei im Internet bei verschiedenen Online-Apotheken.

Gesetzlich Versicherte müssen für die Potenzmedizin selbst zahlen. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe hat dies verbindlich entschieden. Im Zusammenhang mit einem im Jahre 2004 verabschiedeten Gesetz zur Senkung der Kosten gesetzlicher Krankenkassen wurde festgelegt, dass selbst bei ausgewiesen krankhafter Potenzschwäche eine Zahlung nicht verpflichtend zu leisten ist. Eine diesbezügliche Klage ist nun gescheitert. Darin klagte ein Betroffener gegen diese Novelle im Gesetz, das Bundesverfassungsgericht freilich sah das anders. Mann muss sich auch künftig auf eigene Rechnung die Wunderpille organisieren. Zwar sind Verschreibungen durch den Arzt kein Problem, die Rechnung zahlt Mann jedoch selbst.

Ein wenig besser sieht es hingegen für Beamte aus. Als Staatsdiener unterliegen sie einer besonderen Fürsorgepflicht von Seiten des Staates. Dazu gehören die Krankheitsvorsorge ebenso wie der spezielle beamtenrechtliche Schutz. Ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden sind für die Organisation und Durchführung staatlicher Maßnahmen entscheidend, so dass bei ihnen auch bei der Verschreibung von Viagra eine Ausnahme gemacht wird. Beihilfeberechtigte Beamte haben deshalb einen gesetzlich festgelegten Anspruch auf Zuzahlung für Potenzmittel.

Unabhängig von diesen Sonderfällen gehören Viagra-Pillen also weiterhin zu den selbst zu zahlenden Spezialpharmazeutika. Denn wie das Bundesverfassungsgericht in seiner Urteilsbegründung ausführte, sollten die gesetzlichen Krankenkassen schließlich nicht alles leisten und absichern müssen, was zur Erhaltung und Wiederherstellung der persönlichen Gesundheit nötig ist. Patienten sind auch selbst für ihre Situation verantwortlich. Eine Behebung einer nicht das Leben bedrohenden Potenzschwäche gehört nicht zu den Aufgaben der öffentlichen Gesundheitsfürsorge.

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